Warenkorb 0

    Kabelschutz: Systeme, die Leitungen dauerhaft schützen

    Kabelschutz seit 1938

    Kabelschutz vom Spezialisten: Systeme, die Leitungen dauerhaft schützen

    Seit 1938 steht plica für zuverlässigen Kabelschutz. Als erstes Unternehmen weltweit fertigte plica ein biegsames Eisenstahlpanzerrohr und bietet heute ein breites Vollsortiment für Industrie, Maschinen- und Anlagenbau.

    Von flexiblen Kunststoff-Wellrohren über robuste Metallrohre bis zu Verschraubungen und Zubehör erhalten Sie abgestimmte Systeme aus einer Hand, dazu technische Beratung zu Dimensionierung, Beständigkeit und Norm.

    Kabelschutz für Industrie, Maschinenbau und Elektroinstallation

    Was ist Kabelschutz?

    Kabelschutz bezeichnet Systeme, die elektrische Kabel und Leitungen vor mechanischer Belastung, Abrieb, Druck, Bewegung, Schmutz, Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Temperatur schützen. Typische Produkte sind Wellrohre aus Kunststoff oder Metall, teilbare Wellrohre, Verschraubungen, Geflechts- und Isolierschläuche sowie das passende Befestigungs-Zubehör.

    Die Auswahl richtet sich nach mechanischer Belastung, Umgebung, Einbausituation und Montageart. plica führt dafür ein durchgängiges Sortiment und unterstützt bei der Auswahl. Mehr zur Geschichte der Marke und des ersten biegsamen Panzerrohrs finden Sie auf der Plicarohr-Seite.

    Welches Wellrohr für welche Anwendung?

    Die Wahl des richtigen Wellrohrs hängt von wenigen zentralen Kriterien ab. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung:

    Polyamid (PA)

    Wellrohre aus Polyamid (PA6 oder PA12) bieten die höchste mechanische Festigkeit und den breitesten Temperaturbereich unter den Kunststoff-Wellrohren. PA6 eignet sich für Einsatztemperaturen von -40 bis +120 °C, PA12 für besonders ölhaltige und chemisch beanspruchte Umgebungen. Die hohe Abriebfestigkeit macht PA-Wellrohre zur ersten Wahl im Maschinen- und Anlagenbau.

    Polypropylen (PP)

    PP-Wellrohre verbinden gute mechanische Eigenschaften mit hoher chemischer Beständigkeit, besonders gegen Säuren, Laugen und Lösungsmittel. Das DUOFLEX PP-UV ist zusätzlich UV-stabilisiert (mindestens 20 Jahre) und erreicht eine Druckfestigkeit von 500 N bei einem Temperaturbereich von -40 bis +130 °C. Teilbare Ausführungen ermöglichen die Nachrüstung ohne Auffädeln.

    Polyethylen (PE)

    PE-Wellrohre sind flexibel, leicht und kostengünstig. Sie eignen sich vor allem für die Gebäudeinstallation und den Erdeinbau. Ihre chemische Beständigkeit ist gut, die mechanische Festigkeit und Temperaturbeständigkeit liegen jedoch unter PA und PP.

    Metall (Stahl, Edelstahl)

    Metall-Wellrohre aus verzinktem Stahl oder Edelstahl bieten die höchste mechanische Belastbarkeit und sind nicht brennbar. Sie werden eingesetzt, wenn extreme mechanische Belastung, hohe Temperaturen oder strenge Brandschutzanforderungen bestehen, etwa im Maschinen- und Anlagenbau, in der Bahntechnik oder in explosionsgefährdeten Bereichen.

    Teilbar oder geschlossen?

    Geschlossene Wellrohre bieten den besten Schutz und werden bei der Erstinstallation direkt über das Kabel gezogen. Teilbare Wellrohre lassen sich längs öffnen und um bereits verlegte Kabel legen, ideal bei Nachrüstung, Reparatur und Instandhaltung. Die Schnappverbindung schließt das Rohr sicher und dauerhaft.

    Werkstoffmatrix Wellrohre: alle Kennwerte im Vergleich

    Die folgende Übersicht stellt die gebräuchlichen Werkstoffe für Wellrohre mit ihren mechanischen, thermischen, chemischen und elektrischen Eigenschaften gegenüber. Sie dient der Vorauswahl. In der Spalte Produktfamilie steht der plica-Handelsname; „auf Anfrage" bezeichnet Werkstoffe, die wir über unseren Beschaffungsservice liefern, aber nicht ab Lager führen. Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.

    Werkstoff Produktfamilie Ausführung NW min NW max Flexibilität Festigkeit Statisch Dynamisch Dauer min. Dauer max. Kurzzeitig UL 94 Halogenfrei UV-Stabilität RoHS Alkohol Benzin Fett Isolierend
    EVA (Ethylen-Vinylacetat) auf Anfrage Standard 7,5 95 ★★★★★ ★★★ ★★ -40 °C +65 °C +80 °C HB Ja 2-3 Jahre Ja ★★ ★★ Ja
    LDPE (Low-Density Polyethylen) auf Anfrage Standard 7,5 95 ★★★★ ★★ ★★ ★★ -40 °C +90 °C +120 °C HB Ja 2-3 Jahre Ja ★★ ★★ Ja
    HDPE (High-Density Polyethylen) auf Anfrage Standard 7,5 95 ★★★ ★★★ ★★★ ★★ -40 °C +90 °C +120 °C HB Ja 2-3 Jahre Ja ★★ ★★ Ja
    PP (Polypropylen mod.) LIGHTFLEX PP leicht 4,5 95 ★★★★ ★★ ★★★ -40 °C +130 °C +150 °C V2 Ja 3-4 Jahre Ja ★★ ★★★ ★★★ Ja
    PP (Polypropylen mod.) NYLFLEX PP Standard 4,5 95 ★★★★ ★★★ ★★★ ★★ -40 °C +130 °C +150 °C V2 Ja 3-4 Jahre Ja ★★ ★★★ ★★★ Ja
    PP (Polypropylen mod.) auf Anfrage schwer 4,5 95 ★★★ ★★★ ★★★★ ★★ -40 °C +130 °C +150 °C V2 Ja 3-4 Jahre Ja ★★ ★★★ ★★★ Ja
    PP UV (Polypropylen mod.) NYLFLEX PP UV Standard 4,5 95 ★★★★ ★★★ ★★★ ★★ -40 °C +130 °C +150 °C V2 Ja 20+ Jahre Ja ★★ ★★★ ★★★ Ja
    PA6 (Polyamid 6) LIGHTFLEX PA6 leicht 4,5 95 ★★★★ ★★ ★★ ★★ -40 °C +140 °C +160 °C HB Ja 4-5 Jahre Ja ★★★ ★★★ ★★★ Ja
    PA6 (Polyamid 6) NYLFLEX PA6 Standard 4,5 95 ★★★ ★★★ ★★★ ★★★ -40 °C +140 °C +160 °C HB Ja 4-5 Jahre Ja ★★★ ★★★ ★★★ Ja
    PA6 (Polyamid 6) MEGA 6 schwer 4,5 95 ★★ ★★★★ ★★★★ ★★★ -40 °C +140 °C +160 °C HB Ja 4-5 Jahre Ja ★★★ ★★★ ★★★ Ja
    PA6 mod. V0 (Polyamid 6) NYLFLEX PA6-V0 Standard 4,5 95 ★★★ ★★★ ★★★ ★★★ -40 °C +140 °C +160 °C V0 Ja 4-5 Jahre Ja ★★★ ★★★ ★★★ Ja
    PA12 (Polyamid 12) auf Anfrage Standard 7,5 95 ★★★★ ★★★ ★★★ ★★★★★ -40 °C +105 °C +150 °C HB Ja 4-5 Jahre Ja ★★★★ ★★★★ ★★★★ Ja
    PA12 mod. (Polyamid 12) auf Anfrage Standard 7,5 95 ★★★★ ★★★ ★★★ ★★★★ -40 °C +110 °C +150 °C V2 Ja 4-5 Jahre Ja ★★★★ ★★★★ ★★★★ Ja
    PA12X (Polyamid 12 vernetzt) auf Anfrage Standard 21 70 ★★★★ ★★★ ★★★ ★★★★★ -40 °C +120 °C +150 °C HB Ja 4-5 Jahre Ja ★★★★ ★★★★ ★★★★ Ja
    PA12 mod. HL (Polyamid 12) auf Anfrage Standard 7,5 95 ★★★ ★★★ ★★★ ★★★★ -50 °C +120 °C +150 °C V2 Ja 4-5 Jahre Ja ★★★★ ★★★★ ★★★★ Ja
    PUR (Polyether Polyurethan) auf Anfrage Standard 10 95 ★★★★★ ★★ ★★ ★★★★ -40 °C +125 °C +140 °C HB Ja 4-5 Jahre Ja ★★ Ja
    TPC (Thermoplastische Elastomere) auf Anfrage Standard 4,5 95 ★★★★★ ★★ ★★ ★★★★★ -50 °C +160 °C +180 °C HB Ja 4-5 Jahre Ja ★★ Ja
    MFA (Methyl Fluoralkoxy) auf Anfrage Standard 4,5 29 ★★★★ ★★ ★★ ★★★ -200 °C +225 °C +240 °C V0 Ja 15-20 Jahre Ja ★★★★★ ★★★★★ ★★★★★ Ja
    PFA (Perfluoralkoxy-Polymer) auf Anfrage Standard 4,5 29 ★★★★ ★★ ★★ ★★★ -200 °C +250 °C +260 °C V0 Ja 15-20 Jahre Ja ★★★★★ ★★★★★ ★★★★★ Ja

    Teilbare Wellrohre: PLICADUOFLEX

    Werkstoff Produktfamilie NW min NW max Flexibilität Festigkeit Statisch Dynamisch Dauer min Dauer max Kurzzeitig UL 94 Halogenfrei UV-Stabilität
    PP (Polypropylen mod.) DUOFLEX PP 8,5 70 ★★★ ★★★ ★★★★ ★★ -40 °C +130 °C +150 °C V2 Ja 3-4 Jahre
    PP UV (Polypropylen mod.) auf Anfrage 8,5 48 ★★★ ★★★★ ★★★★ ★★ -40 °C +130 °C +150 °C V2 Ja 20+ Jahre
    PA6 (Polyamid 6) DUOFLEX PA6 8,5 70 ★★★ ★★★★ ★★★★ ★★★ -40 °C +140 °C +160 °C HB Ja 4-5 Jahre
    PA6 mod. V2 (Polyamid 6) auf Anfrage 8,5 48 ★★★ ★★★★ ★★★★ ★★★ -40 °C +140 °C +160 °C V2 Ja 4-5 Jahre
    PA6 mod. V0 (Polyamid 6) auf Anfrage 8,5 48 ★★★ ★★★★ ★★★★ ★★★ -40 °C +140 °C +160 °C V0 Ja 4-5 Jahre
    PA12 (Polyamid 12) auf Anfrage 8,5 48 ★★★★ ★★★★ ★★★★ ★★★ -50 °C +110 °C +150 °C HB Ja 4-5 Jahre

    Legende

    ★★★★★sehr gut
    ★★★★gut
    ★★★zufriedenstellend
    ★★bedingt einsetzbar
    unzureichend

    Abmessungen als Nennweite (NW) in mm. Chemische Beständigkeit geprüft bei 23 °C. In Fett hervorgehobene Produktfamilien sind bei plica ab Lager verfügbar.
    Weitere Werkstoffe fertigen wir über den Beschaffungsservice. Für die verbindliche Auslegung gilt das Datenblatt des jeweiligen Artikels.

    So lesen Sie die Matrix

    Statisch oder dynamisch: Die beiden Spalten trennen fest verlegte von bewegten Anwendungen. Ein Rohr, das statisch sehr gut abschneidet, kann an einer Schleppkette trotzdem ungeeignet sein. Bei bewegten Leitungen ist die dynamische Bewertung maßgebend, etwa in der Robotik oder an Maschinenachsen.

    Dauereinsatz und kurzzeitig: Die Dauereinsatztemperatur gilt für den Betrieb über die Lebensdauer. Der kurzzeitige Wert beschreibt Spitzen, die das Material verträgt, ohne Schaden zu nehmen. Eine Auslegung auf den kurzzeitigen Wert ist keine Auslegung.

    UV-Stabilität in Jahren: Der Wert beschreibt die zu erwartende Standzeit im Freien unter Sonneneinstrahlung. Nicht UV-stabilisierte Werkstoffe sind nicht ungeeignet, sie halten im Freien nur wenige Jahre. Für Photovoltaik und Außenanlagen, die auf zwanzig Jahre und mehr geplant sind, ist das der entscheidende Wert in der ganzen Tabelle.

    UL 94: HB ist die niedrigste Stufe, das Material brennt langsam. V2 verlischt selbst, brennendes Abtropfen ist zulässig. V0 verlischt innerhalb von zehn Sekunden ohne brennendes Abtropfen. Für Bahn, öffentliche Gebäude und Schaltschrankbau wird in der Regel V0 gefordert.

    Normen und Schutzklassen verstehen

    IP-Schutzarten (nach DIN EN 60529)

    Die IP-Schutzart gibt an, wie gut ein System gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer (0 bis 6) beschreibt den Schutz gegen Berührung und Fremdkörper, die zweite Ziffer (0 bis 9) den Schutz gegen Wasser. IP65 bedeutet beispielsweise vollständigen Staubschutz und Schutz gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel. IP68 steht für Staubschutz und dauerhaftes Untertauchen. Die erreichbare Schutzart hängt vom Wellrohr, der Verschraubung und der korrekten Montage ab.

    Brandverhalten nach UL94

    UL94 klassifiziert das Brandverhalten von Kunststoffen. Die wichtigsten Stufen: HB (langsam brennend, horizontaler Test), V-2 (selbstverlöschend, Abtropfen erlaubt), V-1 (selbstverlöschend, kein brennendes Abtropfen) und V-0 (selbstverlöschend innerhalb von 10 Sekunden, kein brennendes Abtropfen). Für den industriellen Kabelschutz wird in der Regel mindestens V-0 oder V-2 gefordert.

    Halogenfrei und raucharm

    Halogenfreie Werkstoffe (oft als LSZH, LSOH oder LS0H bezeichnet) setzen im Brandfall keine korrosiven, halogenhaltigen Gase frei. Das schützt Personen vor giftigen Rauchgasen und empfindliche Elektronik vor Korrosion durch Salzsäure. Halogenfreie Produkte werden in öffentlichen Gebäuden, im Schienenverkehr und in der Schifffahrt zunehmend vorgeschrieben.

    EMV-Schutz

    EMV-Kabelschutz schirmt Leitungen gegen elektromagnetische Störungen ab und verhindert zugleich, dass Störungen nach außen abgestrahlt werden. Das ist überall dort wichtig, wo empfindliche Signalleitungen neben Leistungskabeln verlaufen, etwa in der Automatisierungstechnik, der Medizintechnik und im Schaltschrankbau. plica bietet dafür EMV-Verschraubungen und -Systeme.

    ATEX (Explosionsschutz)

    In explosionsgefährdeten Bereichen (Zonen 1, 2, 21, 22) müssen Kabelschutz und Verschraubungen nach der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU zertifiziert sein. ATEX-Produkte verhindern, dass elektrische Funken oder heiße Oberflächen eine explosionsfähige Atmosphäre entzünden. plica führt ATEX-zertifizierte Verschraubungen und Kabeldurchführungen für den Einsatz in diesen Bereichen.

    Der Klassifizierungscode: was die Ziffern auf dem Rohr bedeuten

    Auf jedem Elektroinstallationsrohr, das nach DIN EN 61386 gefertigt ist, steht eine Ziffernfolge aufgedruckt, zum Beispiel 33232. Sie ist die normierte Beschreibung der mechanischen und thermischen Eigenschaften des Rohrs. Die Norm sieht zwölf Stellen vor. In der Praxis werden meist die ersten fünf aufgedruckt, weil sie die Eigenschaften abdecken, die bei der Auswahl entscheiden.

    Jede Stelle steht für eine Eigenschaft, jede Ziffer für eine Klasse. Die Ziffer 1 bedeutet immer die niedrigste Anforderung, höhere Ziffern bedeuten höhere Anforderungen. Ergänzend gilt: DIN EN 61386-21 regelt starre Rohrsysteme, DIN EN 61386-22 biegsame Rohrsysteme.
    Grundlagen und Klassifizierungssystem stehen in Teil 1.

    Stelle 1: Druckfestigkeit

    Belastbarkeit ohne unzulässige Verformung. Relevant unter Putz, in Beton und im Erdreich.

    Ziffer Klasse Prüfkraft
    1sehr leicht125 N
    2leicht320 N
    3mittel750 N
    4schwer1250 N
    5sehr schwer4000 N

    Stelle 2: Schlagfestigkeit

    Verhalten bei Schlagbelastung. Relevant bei Transport, Montage und mechanisch beanspruchten Einbauorten.

    Ziffer Klasse Prüfenergie
    1sehr leicht0,5 J
    2leicht1 J
    3mittel2 J
    4schwer6 J
    5sehr schwer20,4 J

    Stelle 3 bis 5

    Stelle 3: minimale Gebrauchstemperatur Die tiefste Temperatur, bei der Transport, Verlegung und Betrieb zulässig sind. In der Praxis der wichtigste Wert der fünf: Kunststoffe werden bei Kälte spröde. Ein Rohr, das im Sommer problemlos gebogen wird, kann im Januar reißen.
    Stelle 4: maximale Gebrauchstemperatur Die höchste zulässige Dauergebrauchstemperatur. Nicht zu verwechseln mit kurzzeitigen Spitzenwerten, die im Datenblatt separat ausgewiesen werden.
    Stelle 5: Biegeverhalten Ob das Rohr starr, biegsam, biegsam mit Rückstellverhalten oder flexibel ist. Wichtig: Rohre, die sich selbst zurückbilden, dürfen nicht in Beton verlegt werden.

    Beispiel: der Code 33232

    3Druckfestigkeit mittel, 750 N
    3Schlagfestigkeit mittel, 2 J
    2minimale Gebrauchstemperatur nach zugehöriger Klasse
    3maximale Gebrauchstemperatur nach zugehöriger Klasse
    2biegsam

    Fünf Zeichen, und die Vorauswahl ist getroffen: ob das Rohr in Beton darf, ob es den Winter auf der Baustelle übersteht, ob es sich verlegen lässt.

    Warum sich Newton-Werte nicht immer vergleichen lassen

    In Datenblättern und Angeboten stehen Druckfestigkeiten wie 320 N, 500 N, 600 N und 750 N nebeneinander, als wären es Werte derselben Skala.
    Das sind sie nicht zwingend.

    320 N und 750 N sind Normklassen und entsprechen den Prüfkräften der Klassen 2 und 3 nach DIN EN 61386-1. 500 N und 600 N sind Herstellerangaben, ermittelt nach einem vom Hersteller gewählten Verfahren. Sie können korrekt und aussagekräftig sein, gerade bei Spezialprodukten, für die keine Klasse passt. Sie sind nur nicht automatisch mit einer Normklasse vergleichbar.

    Daraus folgt eine einfache Regel für die Beschaffung: Werden zwei Rohre über Newton-Werte verglichen, muss zuerst geklärt sein, ob beide nach derselben Norm und demselben Verfahren geprüft wurden. Steht ein Klassifizierungscode auf dem Rohr, ist die Frage beantwortet.

    Was der Code nicht beschreibt

    Der Klassifizierungscode gilt für das Rohr als Bauteil unter Prüfbedingungen. Er ist eine Vorauswahl, keine Freigabe.

    • Nicht die Schutzart der Installation. IP68 am Rohr bedeutet nicht IP68 an der Maschine. Die Schutzart entsteht aus Rohr, Verschraubung und korrekter Montage. Die schwächste Stelle bestimmt das Ergebnis.
    • Nicht die UV-Beständigkeit. Ein Rohr mit hohen mechanischen Klassen kann im Freien nach wenigen Jahren versprödet sein, wenn der Werkstoff nicht UV-stabilisiert ist.
    • Nicht die chemische Beständigkeit. Die steht in der Beständigkeitsliste des Werkstoffs, nicht im Code.
    • Nicht, ob der Biegeradius eingehalten wurde. Ein zu eng gebogenes Rohr verliert die Eigenschaften, für die es klassifiziert ist. Der Aufdruck bleibt trotzdem stehen.

    Drei Situationen, in denen der Code Zeit spart

    Beim Wareneingang: Aufdruck lesen und mit der Bestellung abgleichen. Weicht die erste Ziffer ab, wurde ein anderes Rohr geliefert als bestellt, unabhängig davon, was auf dem Karton steht.

    Bei der Ausschreibung: Statt eines Produktnamens den Code fordern. Das macht Angebote vergleichbar und schließt Substitution mit schwächerer Ware aus.

    Auf der Baustelle im Winter: Dritte Ziffer prüfen, bevor gebogen wird. Wer ein Rohr bei Frost unterhalb seiner minimalen Gebrauchstemperatur verlegt, erzeugt Haarrisse, die niemand sieht und die niemand mehr zuordnet, wenn Jahre später Feuchtigkeit in der Leitung steht.

    Praxiswissen Montage

    Biegeradien einhalten

    Jedes Wellrohr hat einen minimalen Biegeradius, der nicht unterschritten werden darf. Wird zu eng gebogen, verformt sich die Wellung, der Innendurchmesser verengt sich und der Schutz geht verloren. Die Folge können beschädigte Kabel und undichte Stellen sein. Der zulässige Biegeradius ist im Datenblatt angegeben und hängt von Nennweite und Werkstoff ab. Als Faustregel gilt: je größer die Nennweite, desto größer der Biegeradius.

    Die richtige Verschraubung wählen

    Verschraubungen verbinden das Wellrohr mit Gehäusen, Schaltschränken und Maschinen. Entscheidend für die korrekte Auswahl sind: der Wellrohr-Außendurchmesser (Nennweite), das Gewindemaß am Gehäuse (metrisch oder PG), das benötigte IP-Schutzniveau und die Umgebungsbedingungen (Temperatur, Chemie, EMV). Metrische Gewinde nach DIN EN 60423 haben Gewinde wie M16, M20, M25 und sind heute Standard. PG-Gewinde (Panzergewinde, nach DIN 40430) kommen vor allem in Bestandsanlagen vor.

    Nennweite (NW) und metrisch

    Die Nennweite (NW) gibt den lichten Innendurchmesser des Wellrohrs an, also den Platz, der für die Kabel zur Verfügung steht. Metrische Bezeichnungen (M16, M20 usw.) beziehen sich dagegen auf das Gewinde der Verschraubung. Beide Werte sind nicht identisch, daher müssen Wellrohr-Nennweite und Verschraubungsgewinde bei der Planung aufeinander abgestimmt werden.

    Häufige Montagefehler vermeiden

    • Wellrohr zu eng gebogen: Biegeradius unterschritten, Wellung deformiert, Schutzwirkung verloren.
    • Falsche Verschraubung: Nennweite und Gewindemaß nicht passend, Wellrohr sitzt nicht sicher oder ist undicht.
    • Zugentlastung fehlt: Kabel wird bei Bewegung aus der Verschraubung gezogen, Isolation beschädigt.
    • Wellrohr nicht bis zur Verschraubung geführt: Kabel liegt teilweise ungeschützt frei.
    • Teilbares Wellrohr nicht vollständig eingerastet: Schnappverbindung offen, Schutz unvollständig.
    • UV-Stabilität nicht berücksichtigt: Standardkunststoff versprödet im Freien nach wenigen Jahren.

    Kabelschutz für Ihre Branche

    • Maschinen- und Anlagenbau: hohe Abrieb- und Schlagfestigkeit, Schutz beweglicher Leitungen.
    • Schaltschrank- und Steuerungsbau: saubere, geordnete Leitungsführung auf engem Raum.
    • Bahn- und Fahrzeugbau: Lösungen mit hohen Brandschutzanforderungen.
    • Gebäudetechnik und Elektroinstallation: flexible und teilbare Systeme für Neubau und Nachrüstung.
    • Photovoltaik und Außenanlagen: UV-beständige Wellrohre und Komponenten für dauerhaften Außeneinsatz.

    Qualität, Normen und technische Werte

    Kabelschutz von plica ist auf die Anforderungen industrieller Installationen ausgelegt. Wichtige Kennwerte und Eigenschaften:

    • Brandverhalten nach UL94, bis hin zu flammhemmenden und brandschutzgeprüften Ausführungen für Bahn und öffentliche Gebäude.
    • Halogenfreie Werkstoffe für mehr Sicherheit im Brandfall, zum Beispiel beim DUOFLEX PP-UV und NYLFLEX PA6 SP.
    • Hohe Druckfestigkeiten, etwa 500 N beim DUOFLEX PP-UV und 600 N beim PLICADUOFLEX PA.
    • Weite Temperaturbereiche von -40 bis +140 °C je nach Werkstoff.
    • Schutzarten bis IP68 bei passenden Kupplungen und Verschraubungen.
    • EMV- und ATEX-Ausführungen für Anwendungen mit besonderen Anforderungen.

    Die passende Kabelschutzlösung für Ihre Anwendung

    Unser Vertriebsteam unterstützt Sie bei Dimensionierung, chemischer Beständigkeit und Normauswahl. Sagen Sie uns Ihre Anwendung, wir empfehlen das passende System.

    Häufige Fragen zum Kabelschutz

    Was ist Kabelschutz?+

    Kabelschutz bezeichnet Systeme, die Kabel und Leitungen vor mechanischer Belastung, Abrieb, Druck, Bewegung, Schmutz, Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Temperatur schützen. Dazu gehören Wellrohre aus Kunststoff und Metall, teilbare Wellrohre, Verschraubungen, Geflechts- und Isolierschläuche sowie Zubehör.

    Wann verwendet man Kunststoff- und wann Metall-Wellrohre?+

    Kunststoff-Wellrohre sind flexibel, leicht und korrosionsfrei und eignen sich für den allgemeinen Kabelschutz. Metall-Wellrohre aus Stahl oder Edelstahl werden gewählt, wenn besonders hohe mechanische Belastung, Abriebfestigkeit oder erhöhte Brandschutzanforderungen bestehen.

    Wofür sind teilbare Wellrohre geeignet?+

    Teilbare Wellrohre lassen sich längs öffnen und schließen. Dadurch können Kabel nachträglich geschützt werden, ohne sie durch das Rohr zu fädeln. Das spart Zeit bei Nachrüstung, Reparatur und Instandhaltung. Das DUOFLEX PP-UV bietet 500 N Druckfestigkeit, einen Bereich von -40 bis +130 °C und ist mindestens 20 Jahre UV-stabil.

    Was ist der Unterschied zwischen NW und metrischem Gewinde?+

    Die Nennweite (NW) gibt den lichten Innendurchmesser des Wellrohrs an, also den Platz für die Kabel. Metrische Bezeichnungen (M16, M20 usw.) beziehen sich auf das Gewinde der Verschraubung. Beide Werte sind nicht identisch und müssen bei der Planung aufeinander abgestimmt werden.

    Welchen Biegeradius darf ich nicht unterschreiten?+

    Der minimale Biegeradius hängt von Nennweite und Werkstoff ab und ist im Datenblatt angegeben. Wird er unterschritten, verformt sich die Wellung, der Innendurchmesser verengt sich und der Schutz geht verloren. Als Faustregel gilt: je größer die Nennweite, desto größer der minimale Biegeradius.

    Wie wähle ich die richtige Verschraubung?+

    Entscheidend sind der Wellrohr-Außendurchmesser (Nennweite), das Gewindemaß am Gehäuse (metrisch oder PG), das benötigte IP-Schutzniveau und die Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Chemie und EMV-Anforderungen.

    Welches Wellrohr eignet sich für den Außenbereich und PV-Anlagen?+

    Für den dauerhaften Außeneinsatz sind UV-beständige Wellrohre wichtig, da nicht stabilisierte Kunststoffe unter Sonneneinstrahlung verspröden. plica bietet dafür UV-stabile Produkte wie das DUOFLEX PP-UV, die auch an Photovoltaik-Anlagen eingesetzt werden.

    Was bedeutet halogenfrei beim Kabelschutz?+

    Halogenfreie Werkstoffe setzen im Brandfall keine korrosiven, halogenhaltigen Gase frei. Das erhöht die Sicherheit für Personen und Anlagen, weshalb halogenfreie Produkte besonders in öffentlichen Gebäuden und im Schienenverkehr gefragt sind.

    Was bedeuten IP65 und IP68 beim Kabelschutz?+

    IP65 steht für vollständigen Staubschutz und Schutz gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel. IP68 steht für Staubschutz und dauerhaftes Untertauchen. Die erreichbare Schutzart hängt vom Wellrohr, der Verschraubung und der korrekten Montage des gesamten Systems ab.

    Wann brauche ich ATEX- oder EMV-Kabelschutz?+

    ATEX-zertifizierte Produkte sind in explosionsgefährdeten Bereichen vorgeschrieben, also überall dort, wo eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann. EMV-Kabelschutz schirmt Leitungen gegen elektromagnetische Störungen ab und ist wichtig, wenn empfindliche Signal- neben Leistungskabeln verlaufen, etwa in der Automatisierungs- und Medizintechnik.

    Filtern
    0 Produkte

    Keine Artikel gefunden.

    Brauchen Sie Hilfe?

    Wir sind für Sie da und beraten Sie gerne. Rufen Sie uns an, senden Sie uns eine Nachricht oder lassen Sie sich von uns zurückrufen.



    Öffnungszeiten
    Montag bis Donnerstag
    07:30 – 12:00 Uhr
    13:00 – 17:00 Uhr
    Freitag
    07:30 – 12:00 Uhr
    13:00 – 15:00 Uhr
    Rückruf anfordern
    Zurück zur Übersicht
    Produkte