Kabelverschraubungen für Industrie und Elektrotechnik
Die Kabelverschraubung führt ein Kabel sicher in ein Gehäuse ein, dichtet es ab, entlastet es von Zug und schützt es vor Knicken. Die richtige Auswahl nach Werkstoff, Gewinde, IP-Schutzart und EMV- oder ATEX-Anforderung entscheidet über Dichtheit, Sicherheit und Lebensdauer der gesamten Installation.
plica führt ein komplettes Sortiment aus Kunststoff, Messing und Edelstahl, dazu EMV- und ATEX-zertifizierte Ausführungen, teilbare Kabeleinführungssysteme und das passende Zubehör. Gemeinsam mit unserem französischen Produktionspartner SIB haben wir 2019 das Kabelverschraubungs-Geschäft von Schlemmer übernommen und bündeln dieses Know-how seither unter einem Dach.
Eine Kabelverschraubung ist eine Form der Kabeleinführung, die ein Kabel dicht und mechanisch fest mit einem Gehäuse verbindet, etwa mit einem Schaltschrank, einer Installationsdose oder einem Motor. Sie besteht typischerweise aus einem Grundkörper mit Anschlussgewinde, einem Dichteinsatz aus Elastomer, einer Druckmutter und einer Gegenmutter zur Fixierung im Gehäuse.
Beim Anziehen der Druckmutter presst sich der Dichteinsatz um den Kabelmantel und übernimmt drei Aufgaben gleichzeitig: Abdichtung gegen Staub und Wasser entsprechend der IP-Schutzart, Zugentlastung, damit das Kabel nicht aus dem Gehäuse gezogen werden kann, und Knickschutz an der Einführungsstelle.
Im Unterschied zum einfachen Würgenippel, der nur abdichtet, fixiert die Kabelverschraubung das Kabel zusätzlich mechanisch. Genau diese Kombination aus Dichtung und Zugentlastung macht sie zum Standard-Bauteil an jedem professionellen Gehäuse.
Die Wurzeln von plica liegen in der Schweiz, wo die Marke seit 1938 für Kabelschutz steht, angefangen beim weltweit ersten biegsamen Eisenstahlpanzerrohr. Ein langjähriger Produktionspartner von plica ist das französische Unternehmen SIB, ein Hersteller von Kabelverschraubungen.
SIB war zugleich Partner des deutschen Unternehmens Schlemmer. Als Schlemmer 2019 Insolvenz anmeldete, kam SIB auf plica zu. Gemeinsam wurde das Kabelverschraubungs-Geschäft übernommen, und aus dieser Übernahme entstand plica Deutschland, die heutige Plica GmbH.
Heute kauft plica in großen Mengen ein und hält umfangreiche Lagerbestände mit 97% Lieferfähigkeit. So beliefern wir Großhandel und Industrie zuverlässig und kurzfristig, mit einem durchgängigen Sortiment für Kabelverschraubung, Kabelschutz und Kabeleinführung aus einer Hand.
Kabelverschraubungen aus Polyamid sind leicht, korrosionsfrei, halogenfrei und kostengünstig. Sie decken den Großteil der Standardanwendungen in Elektrotechnik, Maschinenbau und Schaltschrankbau ab. Schlagfest, UV-beständig in den entsprechenden Ausführungen und mit Schutzart bis IP68. Typischer Temperaturbereich -20 bis +100 °C.
Messingverschraubungen sind mechanisch hoch belastbar, dauerhaft dicht und bieten von Natur aus eine gewisse elektromagnetische Schirmwirkung. Vernickelt sind sie korrosionsbeständig und eignen sich für anspruchsvolle Industrieumgebungen. Ideale Basis für EMV-Ausführungen.
Temperaturbereich je nach Dichtung bis -40 bis +100 °C und darüber.
Edelstahl-Kabelverschraubungen aus V4A (316L) sind die erste Wahl bei aggressiver Korrosion, Salzwasser, Chemikalien und höchsten Hygieneanforderungen. Eingesetzt in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in der Chemie, im Schiffbau und im Offshore-Bereich.
Der Dichteinsatz besteht meist aus Neopren, Nitril (NBR) oder Silikon. Das Material bestimmt Temperaturbeständigkeit und chemische Verträglichkeit.
Für mehrere oder besonders dünne Kabel gibt es Mehrfach- und Reduzier-Dichteinsätze.
Eine Kabelverschraubung hat zwei Funktionen am Gewinde: die Befestigung im Gehäuse (Anschlussgewinde) und die Verklemmung des Kabels (Druckmutter). Für das Anschlussgewinde gibt es drei gängige Systeme.
Der heutige Standard in der Elektroinstallation. Die Nenngröße (M12, M16, M20, M25, M32, M40, M50, M63) gibt den Gewindeaußendurchmesser in Millimetern an. Metrische Gewinde sind weltweit genormt, sicher austauschbar und decken einen großen Bereich an Kabeldurchmessern ab.
Das ältere Panzerrohrgewinde (Stahlpanzerrohr-Gewinde), erkennbar an Bezeichnungen wie PG7, PG9, PG11, PG16, PG21. In Bestandsanlagen noch weit verbreitet, wird aber zunehmend durch metrische Gewinde ersetzt. Wichtig: PG und metrisch sind nicht austauschbar, auch wenn der Außendurchmesser ähnlich erscheint.
Das kegelige National Pipe Thread ist vor allem im nordamerikanischen Raum verbreitet. NPT-Ausführungen sind wichtig für den Export und für Anlagen nach US-Standard. plica führt ATEX-Verschraubungen auch mit NPT-Gewinde.
Beim Wechsel von alten PG- auf moderne metrische Verschraubungen hilft diese Zuordnung. Wichtig: Die Werte sind Näherungen anhand des Außendurchmessers, PG- und M-Gewinde sind nicht austauschbar. Maßgeblich für die Auswahl ist immer der Klemmbereich, also der Kabeldurchmesser, der sicher abgedichtet wird.
| PG-Größe | Metrisch (nächstliegend) | Typischer Klemmbereich |
|---|---|---|
| PG 7 | M12 x 1,5 | 3 bis 6,5 mm |
| PG 9 | M16 x 1,5 | 4 bis 8 mm |
| PG 11 | M18 x 1,5 | 5 bis 10 mm |
| PG 13,5 | M20 x 1,5 | 6 bis 12 mm |
| PG 16 | M22 x 1,5 | 10 bis 14 mm |
| PG 21 | M25 x 1,5 | 13 bis 18 mm |
| PG 29 | M32 x 1,5 | 18 bis 25 mm |
| PG 36 | M40 x 1,5 | 22 bis 32 mm |
| PG 42 | M50 x 1,5 | 30 bis 38 mm |
| PG 48 | M63 x 1,5 | 34 bis 44 mm |
Faustregel: Wählen Sie die Verschraubung so, dass der Kabeldurchmesser in der Mitte des Klemmbereichs liegt, nicht am Rand. Nur dann sind Dichtheit und Zugentlastung zuverlässig gewährleistet.
Die metrische Nenngröße gibt den Gewindeaußendurchmesser an, entscheidend für die Auswahl ist aber der Klemmbereich, also der Kabeldurchmesser, den die Verschraubung sicher abdichtet. Diese Tabelle zeigt die branchenüblichen Richtwerte je Größe.
| Metrische Größe | Bohrung im Gehäuse | Klemmbereich (Kabel-Ø) | Übliche Leiterquerschnitte |
|---|---|---|---|
| M12 x 1,5 | 10,5 mm | 3 bis 7 mm | 0,5 bis 4 mm² |
| M16 x 1,5 | 15 mm | 4 bis 10 mm | 1,5 bis 6 mm² |
| M20 x 1,5 | 20 mm | 6 bis 13 mm | 2,5 bis 16 mm² |
| M25 x 1,5 | 25 mm | 9 bis 18 mm | 6 bis 35 mm² |
| M32 x 1,5 | 32 mm | 13 bis 21 mm | 16 bis 50 mm² |
| M40 x 1,5 | 40 mm | 19 bis 28 mm | 25 bis 95 mm² |
| M50 x 1,5 | 50 mm | 27 bis 35 mm | 50 bis 150 mm² |
| M63 x 1,5 | 63 mm | 34 bis 45 mm | 95 bis 240 mm² |
Richtwerte nach gängiger Industriepraxis. Die exakten Klemmbereiche und Bohrungsmaße entnehmen Sie dem jeweiligen Produktdatenblatt, da sie je nach Ausführung (Standard, Dichteinsatz, Mehrfachdichtung) leicht abweichen. Wählen Sie die Verschraubung so, dass der Kabeldurchmesser in der Mitte des Klemmbereichs liegt.
Die IP-Schutzart (nach DIN EN 60529) beschreibt, wie gut die Verschraubung gegen Fremdkörper und Wasser schützt. Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Staub, die zweite für den Schutz gegen Wasser.
Die erreichbare Schutzart hängt nicht nur von der Verschraubung ab, sondern auch vom passenden Dichteinsatz, dem korrekten Klemmbereich und der fachgerechten Montage inklusive Gegenmutter und gegebenenfalls Dichtscheibe.
EMV-Kabelverschraubungen (elektromagnetische Verträglichkeit) schirmen Leitungen an der kritischen Übergangsstelle zum Gehäuse ab. Sie leiten elektromagnetische Störungen nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs über die Gehäuseoberfläche ab und schützen so die empfindlichen Signale im Inneren. Das ist überall dort entscheidend, wo Datenübertragung und Leistungselektronik nah beieinander liegen, etwa in der Automatisierungs- und Antriebstechnik.
Technisch erfolgt die Abschirmung über einen metallischen Klemmkörper oder Federkontakt, der das Schirmgeflecht des Kabels über 360 Grad kontaktiert. Diese lückenlose Rundum-Kontaktierung sorgt für eine dauerhafte Ableitung, auch bei Vibration und dynamischer Belastung.
Die plica EMV-Verschraubungen aus vernickeltem Messing (etwa die Serien STANDARD-MS EMV und WADI-TEC MS EMV) erreichen Schutzart IP68 und decken einen weiten Temperaturbereich ab. Das gesamte Sortiment finden Sie in den EMV-Produkten.
Für die 360-Grad-Kontaktierung des Kabelschirms haben sich drei Techniken etabliert. Sie unterscheiden sich in Montageaufwand, Eignung für dynamische Anwendungen und Kosten.
Beim Anziehen der Druckmutter legt sich ein metallisierter Klemmkörper oder ein Lamellenkranz rundum an das Schirmgeflecht. Der Schirm muss nicht aufgetrennt werden, das Kabel wird nur im relevanten Bereich abgemantelt. Vorteil: schnelle Montage, dauerhafter 360-Grad-Kontakt auch bei Vibration.
Die Premium-Lösung für dynamische Anwendungen.
Eine leitfähige Feder im Inneren der Verschraubung kontaktiert den Schirm. Guter Kompromiss aus Schirmwirkung und Montageaufwand, verbreitet im Standard-Industrieeinsatz.
Beim klassischen Prinzip wird der Kabelschirm aufgetrennt, zurückgeschlagen und über einen Bügel oder eine Schelle auf die Verschraubung aufgelegt. Kostengünstig, aber montageaufwendiger. Geeignet für nicht-dynamische Anwendungen, bei denen die Montagezeit keine große Rolle spielt.
Die plica EMV-Verschraubungen setzen auf das Klemmkörperprinzip mit Rundum-Kontaktierung und erreichen Schutzart IP68.
So bleibt der Schirm auch unter mechanischer Belastung dauerhaft und lückenlos kontaktiert.
In explosionsgefährdeten Bereichen müssen Kabelverschraubungen nach der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU zertifiziert sein. Sie verhindern, dass Funken oder heiße Oberflächen eine explosionsfähige Atmosphäre entzünden, und müssen den Normen der Reihe EN 60079 entsprechen.
Die Einteilung erfolgt nach Zonen: Zone 1 und 2 für gasförmige Atmosphären (G), Zone 21 und 22 für staubförmige Atmosphären (D). plica führt ATEX-Verschraubungen für alle vier Zonen, aus Kunststoff (PLICA-TEC K ATEX) und aus vernickeltem Messing (PLICA-TEC MS ATEX), mit metrischem oder NPT-Gewinde und Schutzart bis IP68.
Für Anwendungen mit gleichzeitigem Explosions- und Störungsschutz gibt es kombinierte EMV-ATEX-Ausführungen wie die EMV-PROFI ATEX mit 360-Grad-Kompression und Edelstahl 316L. Das gesamte Sortiment finden Sie in den ATEX-Produkten.
Entlüftungs-Kabelverschraubungen kombinieren sichere Kabeleinführung mit kontrolliertem Druckausgleich. Sie sind sinnvoll, wenn geschlossene Gehäuse Temperaturwechseln, Feuchtigkeit oder wechselnden Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind. Druckunterschiede zwischen Innenraum und Umgebung können dadurch reduziert werden, ohne eine separate Entlüftungslösung einzuplanen.
plica Vent führt Kabel sicher durch das Gehäuse und unterstützt gleichzeitig den Druckausgleich. Das hilft, Kondensation im Gehäuse zu reduzieren und elektrische sowie elektronische Bauteile besser vor Feuchtigkeit und korrosionsbedingten Ausfällen zu schützen.
Innenraum und Standard: Kunststoff (PA6). | Industrie, mechanisch belastet, EMV: Messing vernickelt. | Korrosion, Salz, Chemie, Hygiene: Edelstahl V4A.
Ex-Bereich: ATEX-zertifizierte Ausführung.
Neuanlage: metrisch (M) nach DIN EN 60423. Bestandsanlage: gegebenenfalls PG. Export nach Nordamerika: NPT. Bei Wechsel PG auf metrisch die Umrechnungstabelle beachten.
Der Kabeldurchmesser muss in der Mitte des angegebenen Klemmbereichs liegen. Zu große oder zu kleine Kabel gefährden Dichtheit und Zugentlastung. Für dünne Kabel Reduzier-Dichteinsätze verwenden.
IP-Schutzart nach Einsatzort wählen (IP65 Standard, IP68 für Untertauchen, IP69K für Hochdruckreinigung). Zusätzlich prüfen: EMV-Schirmung nötig? ATEX-Zone? Halogenfrei gefordert? Teilbar für vorkonfektionierte Leitungen?
Das richtige Anzugsdrehmoment entscheidet über Dichtheit und Zugentlastung. Zu locker angezogen, hält die Verschraubung nicht dicht, zu fest, kann der Dichteinsatz beschädigt werden oder das Kunststoffgewinde reißen. Die folgenden Werte sind branchenübliche Richtwerte.
| Größe | Werkstoff | Richtwert Anzugsdrehmoment |
|---|---|---|
| M12 | Kunststoff | 2,5 bis 3,5 Nm |
| M16 | Kunststoff | 3 bis 4 Nm |
| M20 | Kunststoff | 4 bis 5 Nm |
| M25 | Kunststoff | 5 bis 7 Nm |
| M16 | Messing | 5 bis 7 Nm |
| M20 | Messing | 7 bis 10 Nm |
| M25 | Messing | 10 bis 14 Nm |
| M32 | Messing | 14 bis 20 Nm |
Weitere Montagehinweise für eine dauerhaft dichte Verbindung:
Die genannten Drehmomente sind Richtwerte. Maßgeblich ist stets das Datenblatt der jeweiligen Verschraubung.
plica führt ein durchgängiges Sortiment vom Standard bis zur ATEX-Sonderlösung, ergänzt durch Entlüftungs-Kabelverschraubungen, Zubehör und das passende Kabelschutzsortiment für ein komplett geschütztes System.
Polyamid PA6, halogenfrei, schlagfest, bis IP68. Für Standardanwendungen in Elektrotechnik und Maschinenbau.
Vernickeltes Messing und Edelstahl V4A. Robust, dauerhaft dicht, für anspruchsvolle Industrie und Korrosion.
Kabeleinführung und kontrollierter Druckausgleich in einem Bauteil. Reduziert Kondensation in Gehäusen, erhältlich in PA6, Messing und Edelstahl.
Kabelverschraubungen mit 360-Grad-Schirmkontaktierung gegen elektromagnetische Störungen. IP68, für Automatisierung und Antriebstechnik.
Zertifizierte Verschraubungen für explosionsgefährdete Bereiche, Zonen 1, 2, 21 und 22. Kunststoff und Messing, metrisch und NPT.
Für vorkonfektionierte Leitungen mit Stecker: Einführung ohne Abtrennen des Steckers, inklusive EMV-Ausführungen.
Blindstopfen, Reduktionen, Erweiterungen, Adapter, Gegenmuttern und Dichteinsätze für die komplette Installation.
Ob Kunststoff, Messing oder Edelstahl, metrisch oder PG, EMV oder ATEX: Wir beraten Sie zu Werkstoff, Gewinde, Klemmbereich und Schutzart und liefern Kabelverschraubung und Kabelschutz aus einer Hand.
Eine Kabelverschraubung führt ein Kabel dicht und mechanisch fest in ein Gehäuse ein. Sie übernimmt Abdichtung nach IP-Schutzart, Zugentlastung und Knickschutz gleichzeitig und schützt so Schaltschränke, Dosen und Geräte vor Staub und Feuchtigkeit.
Es gibt drei gängige Gewindearten: metrisch (M) nach DIN EN 60423 als heutiger Standard, PG (Panzergewinde) nach DIN 40430 in Bestandsanlagen und NPT (zöllig) vor allem für den nordamerikanischen Markt. PG und metrisch sind nicht austauschbar.
PG (Panzergewinde) ist das ältere System, metrische Gewinde nach DIN EN 60423 sind der heutige Standard. Auch bei ähnlichem Außendurchmesser sind beide nicht austauschbar. Beim Wechsel hilft eine Umrechnungstabelle, maßgeblich für die Auswahl bleibt aber immer der Klemmbereich.
Der Klemmbereich gibt an, welche Kabelaußendurchmesser eine Verschraubung sicher abdichtet und fixiert. Der Kabelaußendurchmesser sollte möglichst in der Mitte des Klemmbereichs liegen, nicht am Rand, damit Dichtheit und Zugentlastung zuverlässig erreicht werden können.
Kunststoff PA6 eignet sich für Standardanwendungen, vernickeltes Messing für robuste Industrieanwendungen und EMV, Edelstahl V4A für Korrosion, Salzwasser, Chemie und Hygiene. Für explosionsgefährdete Bereiche ist eine ATEX-zertifizierte Ausführung erforderlich.
Eine EMV-Kabelverschraubung schirmt Leitungen an der Übergangsstelle zum Gehäuse ab. Über einen metallischen Klemmkörper wird das Schirmgeflecht des Kabels über 360 Grad kontaktiert und elektromagnetische Störungen werden abgeleitet. Das ist besonders wichtig in Automatisierungs- und Antriebstechnik.
ATEX-Kabelverschraubungen werden in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt. Zone 1 und 2 betreffen gasförmige Atmosphären, Zone 21 und 22 staubförmige Atmosphären. Maßgeblich sind immer die Anforderungen der jeweiligen Anlage, Zone und Zulassung.
Eine Entlüftungs-Kabelverschraubung kombiniert sichere Kabeleinführung mit kontrolliertem Druckausgleich. plica Vent hilft, Druckunterschiede in geschlossenen Gehäusen auszugleichen und Kondensation zu reduzieren. Das ist besonders sinnvoll bei Gehäusen im Außenbereich, bei Temperaturwechseln oder bei Anwendungen in Industrie, Beleuchtungstechnik, Automatisierung sowie Wind- und Solarenergie.
IP65 ist staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt, IP68 zusätzlich gegen dauerhaftes Untertauchen, IP69K gegen Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung. Die tatsächliche Schutzart hängt von Verschraubung, Dichteinsatz, Kabelaußendurchmesser und Montage ab.
Teilbare Systeme lassen sich öffnen und um bereits konfektionierte Leitungen mit Stecker legen. So können vorkonfektionierte Kabel eingeführt und abgedichtet werden, ohne den werkseitig montierten Stecker zu entfernen. Es gibt sie auch in EMV-Ausführung.
Ein Würgenippel dichtet das Kabel nur ab. Eine Kabelverschraubung fixiert das Kabel zusätzlich mechanisch und bietet echte Zugentlastung, sodass sich das Kabel nicht aus dem Gehäuse ziehen lässt.
Bei der Montage in einer Durchgangsbohrung ohne Innengewinde wird eine Gegenmutter benötigt, damit die Verschraubung sicher im Gehäuse fixiert wird. Bei Gehäusen mit vorgeschnittenem Innengewinde kann sie entfallen. Für die gewünschte IP-Schutzart kann zusätzlich eine passende Dichtscheibe erforderlich sein.
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