Kabelverschraubung richtig auswählen
Die passende Kabelverschraubung richtet sich in erster Linie nach dem Außendurchmesser des Kabels und dem Klemmbereich der Verschraubung. Zusätzlich müssen Gewindegröße, Werkstoff, Schutzart und die Anforderungen der jeweiligen Anwendung berücksichtigt werden. Je nach Einsatz kommen Kabelverschraubungen aus Kunststoff, Messing oder Edelstahl sowie spezielle EMV-, ATEX- oder Entlüftungsausführungen zum Einsatz.
Für die Auswahl zuerst den Kabelaußendurchmesser bestimmen, anschließend den passenden Klemmbereich wählen und das benötigte Gewinde wie M20, M25, M32 oder PG prüfen. Danach entscheiden Einsatzort, Umgebungsbedingungen und technische Anforderungen über Material und Ausführung der Kabelverschraubung.
Eine Kabelverschraubung ist eine Form der Kabeleinführung, die ein Kabel dicht und mechanisch fest mit einem Gehäuse verbindet, etwa mit einem Schaltschrank, einer Installationsdose oder einem Motor. Sie besteht typischerweise aus einem Grundkörper mit Anschlussgewinde, einem Dichteinsatz aus Elastomer, einer Druckmutter und einer Gegenmutter zur Fixierung im Gehäuse.
Beim Anziehen der Druckmutter presst sich der Dichteinsatz um den Kabelmantel und übernimmt drei Aufgaben gleichzeitig: Abdichtung gegen Staub und Wasser entsprechend der IP-Schutzart, Zugentlastung, damit das Kabel nicht aus dem Gehäuse gezogen werden kann, und Knickschutz an der Einführungsstelle.
Im Unterschied zum einfachen Würgenippel, der nur abdichtet, fixiert die Kabelverschraubung das Kabel zusätzlich mechanisch.
Genau diese Kombination aus Dichtung und Zugentlastung macht sie zum Standard-Bauteil an jedem professionellen Gehäuse.
Die Wurzeln von plica liegen in der Schweiz, wo die Marke seit 1938 für Kabelschutz steht, angefangen beim weltweit ersten biegsamen Eisenstahlpanzerrohr. Ein langjähriger Produktionspartner von plica ist das französische Unternehmen SIB, ein Hersteller von Kabelverschraubungen.
SIB war zugleich Partner des deutschen Unternehmens Schlemmer. Als Schlemmer 2019 Insolvenz anmeldete, kam SIB auf plica zu.
Gemeinsam wurde das Kabelverschraubungs-Geschäft übernommen, und aus dieser Übernahme entstand plica Deutschland, die heutige Plica GmbH.
Heute kauft plica in großen Mengen ein und hält umfangreiche Lagerbestände mit 97% Lieferfähigkeit. So beliefern wir Großhandel und Industrie zuverlässig und kurzfristig, mit einem durchgängigen Sortiment für Kabelverschraubung, Kabelschutz und Kabeleinführung aus einer Hand.
Kabelverschraubungen aus Polyamid sind leicht, korrosionsfrei, halogenfrei und kostengünstig. Sie decken den Großteil der Standardanwendungen in Elektrotechnik, Maschinenbau und Schaltschrankbau ab. Schlagfest, UV-beständig in den entsprechenden Ausführungen und mit Schutzart bis IP68. Typischer Temperaturbereich -20 bis +100 °C.
Messingverschraubungen sind mechanisch hoch belastbar, dauerhaft dicht und bieten von Natur aus eine gewisse elektromagnetische Schirmwirkung. Vernickelt sind sie korrosionsbeständig und eignen sich für anspruchsvolle Industrieumgebungen. Ideale Basis für EMV-Ausführungen.
Temperaturbereich je nach Dichtung bis -40 bis +100 °C und darüber.
Edelstahl-Kabelverschraubungen aus V4A (316L) sind die erste Wahl bei aggressiver Korrosion, Salzwasser, Chemikalien und höchsten Hygieneanforderungen. Eingesetzt in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in der Chemie, im Schiffbau und im Offshore-Bereich.
Der Dichteinsatz besteht meist aus Neopren, Nitril (NBR) oder Silikon. Das Material bestimmt Temperaturbeständigkeit und chemische Verträglichkeit.
Für mehrere oder besonders dünne Kabel gibt es Mehrfach- und Reduzier-Dichteinsätze.
Eine Kabelverschraubung hat zwei Funktionen am Gewinde: die Befestigung im Gehäuse (Anschlussgewinde) und die Verklemmung des Kabels (Druckmutter). Für das Anschlussgewinde gibt es drei gängige Systeme.
Der heutige Standard in der Elektroinstallation. Die Nenngröße (M12, M16, M20, M25, M32, M40, M50, M63) gibt den Gewindeaußendurchmesser in Millimetern an. Metrische Gewinde sind weltweit genormt, sicher austauschbar und decken einen großen Bereich an Kabeldurchmessern ab.
Das ältere Panzerrohrgewinde (Stahlpanzerrohr-Gewinde), erkennbar an Bezeichnungen wie PG7, PG9, PG11, PG16, PG21. In Bestandsanlagen noch weit verbreitet, wird aber zunehmend durch metrische Gewinde ersetzt. Wichtig: PG und metrisch sind nicht austauschbar, auch wenn der Außendurchmesser ähnlich erscheint.
Das kegelige National Pipe Thread ist vor allem im nordamerikanischen Raum verbreitet. NPT-Ausführungen sind wichtig für den Export und für Anlagen nach US-Standard. plica führt ATEX-Verschraubungen auch mit NPT-Gewinde.
Die Gewindegröße einer Kabelverschraubung beschreibt das Anschlussgewinde am Gehäuse, nicht den Durchmesser des Kabels. Entscheidend für die Auswahl ist der Außendurchmesser des Kabels: Er muss innerhalb des Klemmbereichs der jeweiligen Kabelverschraubung liegen. Häufig verwendete metrische Größen sind beispielsweise M20, M25 und M32.
| Metrische Größe | Richtwert Montageloch | Typischer Klemmbereich (Kabel-Ø) |
|---|---|---|
| M12 x 1,5 | ca. 12,2 mm | ca. 3 bis 7 mm |
| M16 x 1,5 | ca. 16,2 mm | ca. 4 bis 10 mm |
| M20 x 1,5 | ca. 20,2 mm | ca. 6 bis 13 mm |
| M25 x 1,5 | ca. 25,2 mm | ca. 9 bis 18 mm |
| M32 x 1,5 | ca. 32,3 mm | ca. 13 bis 21 mm |
| M40 x 1,5 | ca. 40,3 mm | ca. 19 bis 28 mm |
| M50 x 1,5 | ca. 50,4 mm | ca. 27 bis 35 mm |
| M63 x 1,5 | ca. 63,4 mm | ca. 34 bis 45 mm |
Die angegebenen Klemmbereiche und Montageloch-Durchmesser sind Richtwerte zur Orientierung. Je nach Baureihe, Material und Ausführung können die Werte abweichen. Für die konkrete Auswahl sind deshalb die technischen Daten der jeweiligen Kabelverschraubung maßgeblich.
Eine Kabelverschraubung M20 besitzt ein metrisches Anschlussgewinde M20 x 1,5, eine Kabelverschraubung M32 entsprechend M32 x 1,5. Daraus lässt sich jedoch nicht direkt ableiten, welcher Kabeldurchmesser passt. Maßgeblich ist immer der Klemmbereich der konkreten Ausführung. Deshalb zuerst den Außendurchmesser des Kabels bestimmen und anschließend eine Kabelverschraubung wählen, deren Klemmbereich diesen Durchmesser sicher abdeckt.
PG- und metrische Gewinde sind unterschiedliche Gewindesysteme und nicht direkt austauschbar. Bei bestehenden Anlagen kann eine PG-Kabelverschraubung erforderlich sein, während bei modernen Installationen häufig metrische Gewinde verwendet werden. Entscheidend sind das vorhandene Anschlussgewinde und die technischen Anforderungen der Anwendung.
| NPT | Gangzahl pro Zoll | Steigung | Außendurchmesser ca. |
|---|---|---|---|
| 1/4" | 18 | 1,411 mm | 13,616 mm |
| 3/8" | 18 | 1,411 mm | 17,055 mm |
| 1/2" | 14 | 1,814 mm | 21,223 mm |
| 3/4" | 14 | 1,814 mm | 26,568 mm |
| 1" | 11 1/2 | 2,208 mm | 33,227 mm |
| 1 1/4" | 11 1/2 | 2,208 mm | 41,984 mm |
| 1 1/2" | 11 1/2 | 2,208 mm | 48,053 mm |
| 2" | 11 1/2 | 2,208 mm | 60,091 mm |
Das kegelige NPT-Gewinde (National Pipe Thread) wird insbesondere bei Anwendungen mit nordamerikanischen Anschlussstandards eingesetzt.
plica führt unter anderem ATEX-Kabelverschraubungen mit NPT-Gewinde.
Die IP-Schutzart (nach DIN EN 60529) beschreibt, wie gut die Verschraubung gegen Fremdkörper und Wasser schützt.
Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Staub, die zweite für den Schutz gegen Wasser.
Die erreichbare Schutzart hängt nicht nur von der Verschraubung ab, sondern auch vom passenden Dichteinsatz, dem korrekten Klemmbereich und der fachgerechten Montage inklusive Gegenmutter und gegebenenfalls Dichtscheibe.
UL94 ist die international gebräuchliche Prüfnorm für das Brandverhalten von Kunststoffen (harmonisiert mit IEC 60695-11-10). Sie beschreibt, wie sich ein Kunststoff nach dem Kontakt mit einer Flamme verhält, ob er selbst verlischt und ob brennende Tropfen entstehen. Bei Kabelverschraubungen aus Kunststoff sind vor allem die beiden senkrecht geprüften Klassen V2 und V0 relevant.
Ein Werkstoff mit UL94 V2 ist selbstverlöschend: Nach dem Entfernen der Flamme brennt die Probe höchstens 30 Sekunden je Beflammung nach. Brennendes Abtropfen, das die darunter liegende Watte entzünden kann, ist bei V2 jedoch ausdrücklich zulässig. V2 ist für viele Standardanwendungen in Elektrotechnik und Maschinenbau ausreichend.
UL94 V0 ist die strengste der senkrechten Klassen. Die Nachbrennzeit beträgt höchstens 10 Sekunden je Beflammung, und brennendes Abtropfen, das die Watte entzündet, ist nicht erlaubt. V0 wird überall dort gefordert, wo Kunststoffteile nahe an stromführenden Bauteilen sitzen, etwa in Schaltanlagen, sicherheitskritischen Gehäusen und bei erhöhten Brandschutzanforderungen.
| Kriterium | UL94 V2 | UL94 V0 |
|---|---|---|
| Nachbrennzeit je Beflammung | max. 30 s | max. 10 s |
| Gesamtnachbrennzeit (10 Beflammungen) | max. 250 s | max. 50 s |
| Brennendes Abtropfen (entzündet Watte) | zulässig | nicht zulässig |
| Nachglühen nach 2. Beflammung | max. 60 s | max. 30 s |
| Einordnung | selbstverlöschend | selbstverlöschend, höchste vertikale Klasse |
Standard-Polyamid erreicht typischerweise UL94 V2, flammwidrig eingestellte Ausführungen erreichen UL94 V0. Die tatsächliche Klasse ist immer materialabhängig und wird zusammen mit der Wandstärke angegeben, da dünnere Wandungen anders abschneiden als dickere. Maßgeblich für die Auswahl ist deshalb stets das Datenblatt der jeweiligen Verschraubung.
Wichtig zur Abgrenzung: Halogenfrei und UL94 sind zwei verschiedene Eigenschaften. Halogenfrei beschreibt, dass im Brandfall keine korrosiven und stark toxischen Halogenverbindungen frei werden, während die UL94-Klasse angibt, wie schnell ein Werkstoff selbst verlischt. Ein Werkstoff kann das eine erfüllen, ohne automatisch das andere zu leisten.
EMV-Kabelverschraubungen (elektromagnetische Verträglichkeit) schirmen Leitungen an der kritischen Übergangsstelle zum Gehäuse ab. Sie leiten elektromagnetische Störungen nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs über die Gehäuseoberfläche ab und schützen so die empfindlichen Signale im Inneren. Das ist überall dort entscheidend, wo Datenübertragung und Leistungselektronik nah beieinander liegen, etwa in der Automatisierungs- und Antriebstechnik.
Technisch erfolgt die Abschirmung über einen metallischen Klemmkörper oder Federkontakt, der das Schirmgeflecht des Kabels über 360 Grad kontaktiert. Diese lückenlose Rundum-Kontaktierung sorgt für eine dauerhafte Ableitung, auch bei Vibration und dynamischer Belastung.
Die plica EMV-Verschraubungen aus vernickeltem Messing (etwa die Serien STANDARD-MS EMV und WADI-TEC MS EMV) erreichen Schutzart IP68 und decken einen weiten Temperaturbereich ab. Das gesamte Sortiment finden Sie in den EMV-Produkten.
Für die 360-Grad-Kontaktierung des Kabelschirms haben sich drei Techniken etabliert. Sie unterscheiden sich in Montageaufwand, Eignung für dynamische Anwendungen und Kosten.
Beim Anziehen der Druckmutter legt sich ein metallisierter Klemmkörper oder ein Lamellenkranz rundum an das Schirmgeflecht. Der Schirm muss nicht aufgetrennt werden, das Kabel wird nur im relevanten Bereich abgemantelt. Vorteil: schnelle Montage, dauerhafter 360-Grad-Kontakt auch bei Vibration.
Die Premium-Lösung für dynamische Anwendungen.
Eine leitfähige Feder im Inneren der Verschraubung kontaktiert den Schirm. Guter Kompromiss aus Schirmwirkung und Montageaufwand, verbreitet im Standard-Industrieeinsatz.
Beim klassischen Prinzip wird der Kabelschirm aufgetrennt, zurückgeschlagen und über einen Bügel oder eine Schelle auf die Verschraubung aufgelegt. Kostengünstig, aber montageaufwendiger. Geeignet für nicht-dynamische Anwendungen, bei denen die Montagezeit keine große Rolle spielt.
Die plica EMV-Verschraubungen setzen auf das Klemmkörperprinzip mit Rundum-Kontaktierung und erreichen Schutzart IP68.
So bleibt der Schirm auch unter mechanischer Belastung dauerhaft und lückenlos kontaktiert.
In explosionsgefährdeten Bereichen müssen Kabelverschraubungen nach der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU zertifiziert sein. Sie verhindern, dass Funken oder heiße Oberflächen eine explosionsfähige Atmosphäre entzünden, und müssen den Normen der Reihe EN 60079 entsprechen.
Die Einteilung erfolgt nach Zonen: Zone 1 und 2 für gasförmige Atmosphären (G), Zone 21 und 22 für staubförmige Atmosphären (D).
plica führt ATEX-Verschraubungen für alle vier Zonen, aus Kunststoff (PLICA-TEC K ATEX) und aus vernickeltem Messing (PLICA-TEC MS ATEX),
mit metrischem oder NPT-Gewinde und Schutzart bis IP68.
Für Anwendungen mit gleichzeitigem Explosions- und Störungsschutz gibt es kombinierte EMV-ATEX-Ausführungen wie die EMV-PROFI ATEX mit 360-Grad-Kompression und Edelstahl 316L. Das gesamte Sortiment finden Sie in den ATEX-Produkten.
Entlüftungs-Kabelverschraubungen kombinieren sichere Kabeleinführung mit kontrolliertem Druckausgleich. Sie sind sinnvoll, wenn geschlossene Gehäuse Temperaturwechseln, Feuchtigkeit oder wechselnden Umgebungsbedingungen ausgesetzt sind. Druckunterschiede zwischen Innenraum und Umgebung können dadurch reduziert werden, ohne eine separate Entlüftungslösung einzuplanen.
plica Vent führt Kabel sicher durch das Gehäuse und unterstützt gleichzeitig den Druckausgleich. Das hilft, Kondensation im Gehäuse zu reduzieren und elektrische sowie elektronische Bauteile besser vor Feuchtigkeit und korrosionsbedingten Ausfällen zu schützen.
Die PLICA Click-Tec ist eine Kunststoff-Kabelverschraubung mit integriertem Klicksystem. Sie wird in die Gehäusebohrung eingesetzt und rastet ein, sodass die sonst übliche Gegenmutter entfällt. Das spart Montageschritte und Zeit, vor allem bei schwer zugänglichen Gehäusen und in der Serienmontage im Schaltschrankbau.
Die Click-Tec ist für enge Platzverhältnisse ausgelegt und eignet sich für Gehäuse-Wandstärken von 1,5 bis 3 mm. Als Werkstoff kommt Polyamid (PA) zum Einsatz, die Abdichtung übernimmt ein Dichtring mit Schutzart IP65. Verfügbar ist sie in den metrischen Größen M16, M20 und M25.
| Werkstoff | Polyamid (PA) |
| Schutzart | IP65 |
| Gewinde | metrisch M16, M20, M25 (Steigung 1,5 mm) |
| Kabeldurchmesser | M16: 2 bis 10 mm; M20: 3 bis 12 mm; M25: 7 bis 18 mm |
| Gehäuse-Wandstärke | 1,5 bis 3 mm |
| Montage | Klicksystem, ohne Gegenmutter |
| Dichtung | Dichtring |
| Temperaturbereich | -40 bis +100 °C |
| Farben | grau (RAL 7001 / RAL 7035), schwarz (RAL 9005) |
Die Click-Tec spielt ihre Stärke überall dort aus, wo schnell und werkzeugarm montiert wird und wenig Platz hinter der Gehäusewand bleibt. Typische Einsatzbereiche sind der Schaltschrank- und Gehäusebau, die Automatisierungstechnik sowie industrielle Anwendungen mit hohen Stückzahlen, bei denen jede eingesparte Handbewegung zählt.
Innenraum und Standard: Kunststoff (PA6). | Industrie, mechanisch belastet, EMV: Messing vernickelt. | Korrosion, Salz, Chemie, Hygiene: Edelstahl V4A.
Ex-Bereich: ATEX-zertifizierte Ausführung.
Neuanlage: metrisch (M) nach DIN EN 60423. Bestandsanlage: gegebenenfalls PG. Export nach Nordamerika: NPT. Bei Wechsel PG auf metrisch die Umrechnungstabelle beachten.
Der Kabeldurchmesser muss in der Mitte des angegebenen Klemmbereichs liegen. Zu große oder zu kleine Kabel gefährden Dichtheit und Zugentlastung. Für dünne Kabel Reduzier-Dichteinsätze verwenden.
IP-Schutzart nach Einsatzort wählen (IP65 Standard, IP68 für Untertauchen, IP69K für Hochdruckreinigung). Zusätzlich prüfen: EMV-Schirmung nötig? ATEX-Zone? Halogenfrei gefordert? Teilbar für vorkonfektionierte Leitungen?
Das richtige Anzugsdrehmoment entscheidet über Dichtheit und Zugentlastung. Zu locker angezogen, hält die Verschraubung nicht dicht, zu fest, kann der Dichteinsatz beschädigt werden oder das Kunststoffgewinde reißen. Die folgenden Werte sind branchenübliche Richtwerte.
| Größe | Werkstoff | Richtwert Anzugsdrehmoment |
|---|---|---|
| M12 | Kunststoff | 2,5 bis 3,5 Nm |
| M16 | Kunststoff | 3 bis 4 Nm |
| M20 | Kunststoff | 4 bis 5 Nm |
| M25 | Kunststoff | 5 bis 7 Nm |
| M16 | Messing | 5 bis 7 Nm |
| M20 | Messing | 7 bis 10 Nm |
| M25 | Messing | 10 bis 14 Nm |
| M32 | Messing | 14 bis 20 Nm |
Weitere Montagehinweise für eine dauerhaft dichte Verbindung:
Die genannten Drehmomente sind Richtwerte. Maßgeblich ist stets das Datenblatt der jeweiligen Verschraubung.
plica führt ein durchgängiges Sortiment vom Standard bis zur ATEX-Sonderlösung, ergänzt durch Entlüftungs-Kabelverschraubungen, Zubehör und das passende Kabelschutzsortiment für ein komplett geschütztes System.
Polyamid PA6, halogenfrei, schlagfest, bis IP68. Für Standardanwendungen in Elektrotechnik und Maschinenbau.
Vernickeltes Messing und Edelstahl V4A. Robust, dauerhaft dicht, für anspruchsvolle Industrie und Korrosion.
Kabeleinführung und kontrollierter Druckausgleich in einem Bauteil. Reduziert Kondensation in Gehäusen, erhältlich in PA6, Messing und Edelstahl.
Kabelverschraubung mit integriertem Klicksystem, ganz ohne Gegenmutter. Schnelle Montage bei engen Platzverhältnissen, für Wandstärken
1,5 bis 3 mm. M16 bis M25, IP65.
Kabelverschraubungen mit 360-Grad-Schirmkontaktierung gegen elektromagnetische Störungen. IP68, für Automatisierung und Antriebstechnik.
Zertifizierte Verschraubungen für explosionsgefährdete Bereiche, Zonen 1, 2, 21 und 22. Kunststoff und Messing, metrisch und NPT.
Für vorkonfektionierte Leitungen mit Stecker: Einführung ohne Abtrennen des Steckers, inklusive EMV-Ausführungen.
Blindstopfen, Reduktionen, Erweiterungen, Adapter, Gegenmuttern und Dichteinsätze für die komplette Installation.
Auswahl nach Einsatzbereich
Welche Kabelverschraubung geeignet ist, hängt nicht nur von Gewindegröße und Kabeldurchmesser ab. Auch Umgebung, mechanische Belastung, elektromagnetische Anforderungen und besondere Einsatzbedingungen bestimmen die passende Ausführung.
| Anforderung | Typische Lösung | Einsatz |
|---|---|---|
| Standardinstallation | Kabelverschraubung aus PA6 | Elektrotechnik, Geräte- und Schaltschrankbau |
| Hohe mechanische Belastung | Kabelverschraubung aus Messing | Maschinenbau und Industrie |
| Korrosive Umgebung | Kabelverschraubung aus Edelstahl | Chemie, Lebensmitteltechnik und anspruchsvolle Außenbereiche |
| Geschirmte Leitungen | EMV-Kabelverschraubung | Automatisierung, Antriebs- und Steuerungstechnik |
| Explosionsgefährdeter Bereich | ATEX-Kabelverschraubung | Anwendungen mit Gas- oder Staubatmosphäre |
| Druckausgleich im Gehäuse | Entlüftungs-Kabelverschraubung | Außengehäuse und Anwendungen mit Temperaturwechseln |
| Vorkonfektionierte Leitungen | Teilbares Kabeleinführungssystem | Nachrüstung und Leitungen mit vormontierten Steckern |
Die Tabelle dient als Orientierung. Für die konkrete Auswahl sind zusätzlich Kabelaußendurchmesser, Klemmbereich, Gewinde, Schutzart, Temperaturbereich und die technischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung zu berücksichtigen.
Ob Kunststoff, Messing oder Edelstahl, metrisch oder PG, EMV oder ATEX: Wir beraten Sie zu Werkstoff, Gewinde, Klemmbereich und Schutzart und liefern Kabelverschraubung und Kabelschutz aus einer Hand.
Erfahrung und Produktkompetenz
SIB ist seit vielen Jahren Produktionspartner von plica in der Schweiz und auf die Entwicklung und Herstellung von Kabelverschraubungen spezialisiert. Von 2011 bis 2019 gehörte das französische Unternehmen zur Schlemmer Gruppe und firmierte als Schlemmer Industry & Building Parts (SIB).
2019 wurde SIB aus der Schlemmer Gruppe herausgelöst. Ende desselben Jahres meldete die Schlemmer GmbH Insolvenz an. In dieser Umbruchphase wurde die plica GmbH in Deutschland gegründet und ist seither Ansprechpartner für SIB-Kabelverschraubungen in Deutschland. Damit verbindet plica langjähriges Produkt-Know-how mit einem umfassenden Sortiment für Kabelverschraubungen, Kabelschutz und Kabeleinführung.
Entscheidend ist der Außendurchmesser des Kabels. Er muss innerhalb des angegebenen Klemmbereichs der Kabelverschraubung liegen. Anschließend werden Gewindegröße, Material, IP-Schutzart sowie Anforderungen wie EMV, ATEX, Außenbereich oder Druckausgleich berücksichtigt.
Zuerst wird der Kabelaußendurchmesser gemessen und mit dem Klemmbereich der Kabelverschraubung verglichen. Danach muss das Anschlussgewinde zur Öffnung im Gehäuse passen. Die Gewindegröße allein bestimmt nicht, welcher Kabeldurchmesser aufgenommen werden kann.
M20 und M32 bezeichnen die metrische Gewindegröße der Kabelverschraubung. Eine Kabelverschraubung M20 besitzt beispielsweise ein Anschlussgewinde M20, eine Ausführung M32 entsprechend M32. Welcher Kabeldurchmesser dazu passt, wird durch den Klemmbereich der jeweiligen Ausführung bestimmt.
Der Klemmbereich gibt an, welche Kabelaußendurchmesser eine Kabelverschraubung aufnehmen, abdichten und fixieren kann. Der tatsächliche Außendurchmesser des Kabels muss innerhalb dieses Bereichs liegen. Maßgeblich sind die technischen Daten der konkreten Kabelverschraubung.
PG und metrisch sind unterschiedliche Gewindesysteme und nicht direkt austauschbar. PG-Gewinde finden sich häufig in bestehenden Installationen, während bei modernen Anwendungen überwiegend metrische Gewinde eingesetzt werden. Entscheidend ist das vorhandene Anschlussgewinde am Gehäuse.
Für den Außenbereich müssen Material und Dichtung für die auftretenden Umweltbedingungen geeignet sein. Wichtig sind insbesondere die erforderliche IP-Schutzart, Temperaturbereich, Feuchtigkeit, UV-Einwirkung und gegebenenfalls Korrosionsbeständigkeit. Je nach Anwendung kommen Kunststoff, Messing oder Edelstahl zum Einsatz.
Kabelverschraubungen aus PA6 eignen sich für viele klassische Elektroinstallationen. Messing bietet eine hohe mechanische Belastbarkeit und wird auch für EMV-Ausführungen eingesetzt. Edelstahl eignet sich besonders für korrosive Umgebungen sowie Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an Beständigkeit und Hygiene.
Eine EMV-Kabelverschraubung stellt eine leitfähige Verbindung zwischen dem Kabelschirm und dem Gehäuse her. Dadurch können elektromagnetische Störungen reduziert beziehungsweise abgeleitet werden. EMV-Kabelverschraubungen werden unter anderem in Automatisierung, Maschinenbau und Antriebstechnik eingesetzt.
ATEX-Kabelverschraubungen werden für entsprechend klassifizierte explosionsgefährdete Bereiche eingesetzt. Welche Ausführung erforderlich ist, hängt unter anderem von Zone, Gas- oder Staubatmosphäre, Gerätekategorie, Zündschutzart und der Zulassung der Kabelverschraubung ab.
Die IP-Schutzart beschreibt den Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser. IP65 steht beispielsweise für Staubdichtheit und Schutz gegen Strahlwasser. IP68 kennzeichnet einen Schutz bei Untertauchen unter den für das Produkt festgelegten Bedingungen. Höhere Schutzarten wie IP69 sind für besonders intensive Wasserbeanspruchung vorgesehen. Entscheidend ist immer die Schutzart der konkreten Kabelverschraubung im korrekt montierten Zustand.
Eine Entlüftungs-Kabelverschraubung kombiniert die Kabeleinführung mit einem kontrollierten Druckausgleich. plica Vent unterstützt den Druckausgleich in geschlossenen Gehäusen und kann dadurch die Bildung von Kondenswasser reduzieren. Solche Ausführungen sind besonders für Gehäuse mit wechselnden Temperaturen und Außenanwendungen interessant.
Teilbare Kabeleinführungssysteme können um bereits konfektionierte Leitungen gelegt werden. Dadurch lassen sich Kabel mit vormontierten Steckern in ein Gehäuse einführen, ohne den Stecker demontieren zu müssen. Das erleichtert insbesondere Nachrüstungen und die Montage vorkonfektionierter Leitungen.
Bei einer Montage durch eine Bohrung ohne Innengewinde wird die Kabelverschraubung in der Regel mit einer passenden Gegenmutter befestigt. Besitzt das Gehäuse bereits ein geeignetes Innengewinde, wird keine Gegenmutter benötigt. Je nach Gehäuse und gewünschter Schutzart kann zusätzlich eine Dichtung erforderlich sein.
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